DBVC vergibt zum zweiten Mal den Nachwuchspreis Forschung
DBVC Fachausschuss Forschung
Der DBVC Fachausschuss Forschung fördert die wissenschaftliche Fundierung von Coaching. Dies geschieht im Austausch zwischen WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen des DBVC aus dem deutschsprachigen Raum zu aktuellen Themen und Trends der Coaching-Forschung.
Hintergrund
Der Fachausschuss Forschung des Deutschen Bundesverbandes Coaching e.V. (DBVC) vergibt zum zweiten Mal den DBVC-Nachwuchspreis für Masterabsolvent*innen von Coaching-Studiengängen.
Was ist der DBVC-Nachwuchspreis Forschung?
Bewerben konnten sich Absolvent*innen von Masterstudiengängen mit Schwerpunkt "Coaching", deren/dessen Masterarbeiten bei Einreichung nicht älter als zwei Jahre waren und mit mind. der Note 2,5 bewertet wurden. Ausgezeichnet werden Masterarbeiten im Kontext von Coaching, die z. B.
- Impulse für die Coaching-Praxis geben,
- einen Beitrag zur Theorieentwicklung und Weiterentwicklung von Coaching leisten,
- Transformationsprozesse fördern und unterstützen,
- innovative und zukunftsorientierte Ansätze entwickelt haben,
- bestehende (Coaching)-Methoden verbessert oder neu konzipiert haben.
Eingereicht wurden insgesamt 16 Masterarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum.
Jurymitglied Ilona Holtschmidt, die den Fachausschuss Forschung im DBVC leitet, zeigt sich als Initiatorin des Nachwuchs-Forschungspreises Coaching und aktuelles Jury-Mitglied bestätigt:
„Ich freue mich über die große Resonanz bundesweit sowie auch in Österreich, und es ist beeindruckend, wie fundiert und differenziert die Studierenden aktuelle Themen und Forschungsfragen bearbeitet haben. Die Absolventen leisten somit einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag zur weiteren Professionalisierung von Business Coaching“.
Wer sind die Preisträger*innen?
1. Preis
Den 1. Preis erhält Ivonne Firley für Ihre Arbeit „VR-Coaching mit Unterstützung von KI - Konzeptentwicklung zu Möglichkeiten und Grenzen in der Coaching-Ausbildung“ an der SRH Fernhochschule - The Mobile University.
Ivonne Firley präsentiert mit ihrer Arbeit einen innovativen Ansatz für die Coaching-Ausbildung, bei dem erstmals Virtual Reality (VR) und Künstliche Intelligenz (KI) systematisch integriert werden. Im Zentrum steht mit der Kombination aus Plattform und KI-Lernbuddy eine hybride Lernumgebung, die praxisnahe Übungsszenarien, personalisierte Lernpfade sowie transparente Rückmeldungen ermöglicht. Die Methodik erlaubt standardisierte, wiederholbare Übungen, unterstützt Lehrende in der Supervision und dokumentiert den Lernfortschritt der Studierenden. Die Integration von VR und KI macht die Coaching-Ausbildung flexibler, skalierbarer und messbar. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Datenschutz und ethischen Standards. Damit setzt Firleys Konzept neue Maßstäbe für die Zukunft der Coaching-Ausbildung.
Ivonne Firley ist Associate Consultant für Digitalisierungsprojekte im öffentlichen Sektor. Sie arbeitet zudem als Coach und Fotografin. Sie hat einen Master in Beratung und Coaching, ist geprüfte Eignungsdiagnostikerin und bringt Erfahrung in Projektmanagement, Online-Marketing und Training mit.
2. Preis
Mit dem 2. Preis wird Daniel Ortner von der Paris Lodron Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie, Abteilung Sozialpsychologie für seine Arbeit zu „Wie nachhaltig ist Coaching? Eine Untersuchung zur App-basierten Begleitung nach dem Coachingprozess“ ausgezeichnet.
Daniel Ortner präsentiert in seiner Arbeit zukunftsweisende Impulse für das Coaching: Er vergleicht erstmals digitale, app-basierte Nachbegleitung mit klassischen analogen Methoden und zeigt, dass digitale Tools besonders effektiv und effizient den Transfer nach Coachings unterstützen. Seine Forschung unterstreicht, dass digitale Nachbegleitung nicht nur die Umsetzung von Intentionen stärkt, sondern auch langfristig positive Effekte für Coachees ermöglicht. Damit leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Skalierbarkeit moderner Coaching-Ansätze und hebt die wachsende Bedeutung technologischer Unterstützung – etwa durch Apps oder KI – für die Zukunft des Coachings hervor.
Daniel Ortner, M.Sc., ist Personalentwickler in Salzburg. Nach seinem Psychologiestudium mit Schwerpunkt Soziale Interaktion und einer Weiterbildung im Arbeits- und Organisationsbereich leitet er Projekte zu Potenzialdiagnostik, digitalen Trainings und Kompetenzmanagement. Zudem bringt er Erfahrung in Changemanagement und Organisationsentwicklung mit.
3. Preis
Der 3. Preis geht an Verena Steinkamp von der Deutschen Hochschule für Gesundheit & Sport für die Forschung zum Thema „Was fördert Authentizität im Arbeitskontext? Eine explorative Studie zu unterstützenden Rahmenbedingungen und Grenzen“.
Verena Steinkamp präsentiert in ihrer Arbeit einen innovativen Ansatz für das Coaching, der zentrale Konzepte der Authentizitätsforschung mit vertrauensbasierten und reflektierenden Coachingprozessen verbindet. Ihr theoretisch fundiertes Modell unterstützt nicht nur die individuelle Identitäts- und Rollenklärung, sondern liefert auch Impulse für kulturellen Wandel und Teamarbeit in Organisationen. Besonders zukunftsweisend ist der Ansatz, da er Authentizität als dynamischen Prozess im Spannungsfeld zwischen Selbsttreue und Anpassung beleuchtet und damit praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen einer diversen Arbeitswelt bietet.
Verena Steinkamp ist psychologische Beraterin und Coach mit Fokus auf Positive Psychologie. Sie hat langjährige Erfahrung in Kommunikation, Personal Branding und Veränderungsprozessen. Ihr Masterstudium in Positiver Psychologie und Coaching schloss sie 2025 ab.
Preisträger*innen (von o. li. bis u. re.): Ivonne Firley, Daniel Ortner, Verena Steinkamp
Die Stimmen aus der Jury
Die diesjährigen Einreichungen und Preisträger des DBVC Nachwuchsforschungspreises spiegeln laut Simone Mählmann, 2. Vorstandsvorsitzende des DBVC und Jury-Mitglied, eindrucksvoll die große Themenvielfalt und den strategischen Weitblick wider, der dem DBVC besonders wichtig ist. „Sie leisten – ganz im Sinne des Anspruchs des DBVC – einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung und Professionalisierung des Business Coachings.“
Christine Moscho unterstreicht als Jury-Mitglied die positive Entwicklung des Nachwuchsforschungspreises, der 2023 vom DBVC initiiert wurde: „Bereits bei der 2. Runde 2025 wurden Arbeiten aus ganz Deutschland und Österreich eingereicht. Zusammen mit der Qualität der Arbeiten hat uns auch diese Bekanntheit und Reichweite des DBVC-Nachwuchspreis Forschung gefreut.“
Jury-Mitglieder Prof. Dr. Frank Strikker und Prof. Dr. Andreas Bergknapp betonen die Innovationskraft und Vielfalt der eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten. Frank Strikker konkretisiert: „KI-Themen zeigen zwar in die Zukunft von Coaching, andere Themenfelder bieten aber weiterhin spezielle Forschungsergebnisse, was an der Vielfalt der überzeugenden Masterarbeiten erkennbar ist.“ Andreas Bergknapp ergänzt: „Insbesondere von den ausgewählten Arbeiten sind wichtige Impulse für die Coachingpraxis und für weitere Forschungsvorhaben zu erwarten.“