Die Balance zwischen Transparenz und Schutz des Individuums sichern
Hintergrund
In unserer Serie #TransparenzimCoaching beziehen wir Stellung: Die im #DBVC organisierten Expert*innen aus den Bereichen Coaching-Praxis, Weiterbildung, Wissenschaft und Unternehmen setzen sich für eine differenzierte öffentliche Debatte des Themas #Coaching ein.
Die Balance zwischen Transparenz und Schutz des Individuums sichern
Vergangene Woche erhielt ich die Anfrage einer Journalistin, die an einem Modul unserer Coaching-Ausbildung teilnehmen wollte: Sie möchte einen Artikel zum Thema Coaching-Ausbildungen schreiben und dazu, warum die Nachfrage und das Interesse von Teilnehmenden so gestiegen sind!
Grundsätzlich freue ich mich natürlich sehr, wenn Journalisten sich dieses Themas annehmen und darüber transparent und umfassend informieren. Gleichwohl habe ich diese Anfrage nicht angenommen und stattdessen angeboten, dass die Journalistin sich mit unseren Teilnehmenden austauschen kann (nur wer möchte selbstverständlich), dass wir ihr gerne Unterlagen und Inhalte zur Verfügung stellen und darüber Auskunft geben und, dass sie sich auch gerne unsere Räume ansehen kann. Daraufhin erwiderte die Journalistin, dass uns und dem Verband ja Transparenz im Coaching sehr wichtig wäre und mein Verhalten doch hier etwas gegenläufig sei!
Was stimmt ist: Wir wollen, schätzen und leben Transparenz. Das zeigt sich aus meiner Sicht auch in den Angeboten, die ich gemacht habe. Aber einfach mal an einem Modul teilnehmen, das funktioniert nicht!
Denn wir Arbeiten vom ersten Tag der Ausbildung an ausschließlich mit den Anliegen unserer Teilnehmenden. Das bedeutet, dass wir gemeinsam eine gute Vertrauenskultur brauchen und bauen, um miteinander in einen profunden Austausch und echtes Lernen zu kommen. Es geht um Feedback, Selbstreflexion und manchmal auch um „loving confrontation“. Das sind Themen, die für die Entwicklung von professionellen Coaching-Kompetenzen unbedingt notwendig sind.
Wenn Außenstehende, wie eben jene Journalistin als Beobachter in dieses Setting kommen, dann würde das die Situation komplett verändern. Damit stünden nicht mehr die Themen Coachen, Austausch, Lernen und Entwicklung im Vordergrund, sondern etwas ganz anderes!
Die Autorin – Anna Dollinger
Als Hypnosystemikerin stehen Aufmerksamkeitsfokussierung und Ressourcenorientierung im Zentrum meiner Arbeit. Insbesondere meine Erfahrung in den Themen Mental-Coaching und mentalem Training bringen meine Klient*innen in ihren Anliegen voran: Was in deren Feedbacks betont wird, ist die große Wertschätzung, mit der ich Menschen und ihren unerschöpflichen Potenzialen begegne, meine inspirierend-anderen Perspektiven und meine pragmatische Art. Trotz meiner jahrelangen Coach-, Führungs- und Managementerfahrung ist für mich wichtig, systematisch in eigener Weiterbildung zu sein und mir regelmäßig Supervision zu gönnen.