2006Coaching boomt? Coaching-Weiterbildungen boomen!

„Die Zukunft gehört denen, die Komplexität managen.“

(Gabriele Fischer, Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins brand eins, brand eins Nr. 01/2006)

Verbandsgeschichte

Die Pionierzeit ist vorüber

Es war vor allem die inhaltlich-qualitative Arbeit und weniger öffentlichkeitswirksame Auftritte, die das Verbandsjahr 2006 des DBVC prägten. Die Pionierzeit neigte sich dem Ende, was sich nicht zuletzt in stark steigenden Mitgliederzahlen und Bewerberinteressierten äußerte. Offensichtlich war der mit der Verbandsgründung verknüpfte Gedanke, die Coaching-Branche zu professionalisieren, nicht nur die richtungsweisende Idee der Gründungsmitglieder im Jahr 2004. Viele weitere Coaches und Marktbeteiligte schienen diesen Zielgedanken zu teilen, sodass der DBVC 2006 eine Größe von 52 Mitgliedern erreichte; und mit all den aktiv Engagierten konnte qualitativ hochwertige Arbeit für dieses Ziel geleistet werden. So wurden 2006 u.a. die bis heute für die inhaltliche Arbeit unentbehrlichen "Fachausschüsse" neu ausgerichtet. Ein weiteres Gremium wurde in jenem Jahr als Idee zum Leben erweckt: Der Sachverständigenrat als objektives und beratendes Gremium für unklare Coaching-Situationen. 2006 stand auch insbesondere die dritte Säule des DBVC Expertenkreises im Fokus, die Säule der Unternehmensvertreter. Speziell für und mit den Fachexperten für Coaching in Unternehmen (FCIO) wurde das „DBVC Dialogforum“ konzipiert und im Sommer jenes Jahres erstmalig durchgeführt. Mit den DBVC Dialogforen sollte eine Plattform für qualifizierten Austausch zwischen Coaching-Fachleuten des DBVC und Unternehmen geschaffen werden. Bis heute finden die DBVC Dialogforen jährlich statt und werden immer wieder aufs Neue gerne angenommen.

Die Arbeit beginnt Früchte zu tragen

Verbandsintern standen viele weitere Punkte auf dem Programm. Es wurde ein Mentoren-Programm für neue Mitglieder beratschlagt sowie die persönliche Weiterentwicklung innerhalb der Mitgliedschaftsstatus des DBVC vereinbart, sodass eine Entwicklung vom Coach (DBVC) zum Senior Coach (DBVC) möglich wurde. Und schließlich kamen die Mitglieder um ein gewisses „Pflichtprogramm“ 2006 nicht herum: Der laut Satzung alle zwei Jahre zu wählende Vorstand wurde neu besetzt.

 

Besonders erfreulich im Verbandsjahr 2006: Die bisherige Arbeit des Expertenkreis der Coaching-Weiterbildungsanbieter begann Früchte zu tragen. Nach der Erarbeitung und Herausgabe der „Qualitätsstandards für Coaching-Weiterbildungsanbieter“ im Vorjahr konnten bis Ende 2006 insgesamt 15 neue Mitglieder, die sich der Einhaltung dieser Qualitätsstandards verpflichteten, in der Säule der Weiterbildungsanbieter aufgenommen werden. Ein großer Erfolg, der sicher auch aus der bis dahin rasanten Branchenentwicklung heraus resultierte (siehe „Brancheneinblick 2006“).

Brancheneinblick

Coaching floriert! Coaching-Ausbildung boomt!

Auch 2006 bleibt die Trendaussage „Coaching boomt“ im Großen und Ganzen weiterhin bestehen. Fachmedien, aber auch die Tagespresse beschäftigten sich merklich häufiger mit dem Thema „Coaching“. In kaum einem anderen Jahr wurde so viel anhand von Marktbeobachtungen, Entwicklungsrückblicken, Analysen und Prognosen über den Berater- und Coaching-Markt berichtet wie 2006. Die Coaching-Szene wurde dabei als ein wachsender Branchen-Ast am Berater-Stamm gesehen. Branchenexperten äußerten sich auch dahingehend, dass vor allem ein Boom an Coaching-Weiterbildungsanbietern zu beobachten sei, die sich dem Coaches-Nachwuchs widmeten. „Wer genauer hinschaut, erkennt, dass zurzeit in erster Linie der Markt der Coaching-Ausbildungen boomt.“, schrieben Sebastian Scheibe, Dipl.-Pädagoge und Coach, und Daniel Wrede, Trainer, Dozent und Coach, im – damals noch ausschließlich online publizierten – Coaching-Magazin (Coaching-Magazin 2006).

Auf Quantität folgt Qualität

Die überwiegende Mehrheit der im Rahmen der branchenbekannten Langzeitstudie „Coaching-Umfrage Deutschland“ befragten Coaches bot 2006 ein erweitertes Portfolio an. Neben Coaching ergänzten zusätzlich Training, Organisationsentwicklung, Therapie oder die Ausbildung von angehenden Coaches das Leistungsangebot (n= 250, Coaching-Umfrage 2006/2007, BCO). Für gerade einmal 17 Prozent der Befragten machte die Coaching-Arbeit tatsächlich über die Hälfte der Jahresarbeitszeit aus. 2004 hingegen lag dieser prozentuale Anteil noch bei 24 und 2002 sogar noch bei 31 Prozent. Die Coaching-Branche war somit nicht nur gewachsen, sondern auch bunter geworden. Prognostisch wurde daher davon ausgegangen, dass die Qualität der Coaching-Angebote von der gestiegenen (und weiterhin steigenden) Quantität in der weiteren Entwicklung profitieren würde. Insbesondere für den deutlichen Zuwachs im Bereich der Coaching-Ausbildungen erwartete man als Konsequenz unweigerlich eine entsprechende Qualitätssteigerung der inhaltlichen Angebote. „Für die Zukunft kann davon ausgegangen werden, dass die weitere Marktentwicklung nicht mehr primär von Expansion, sondern von einem zunehmend ausdifferenzierten Angebot geprägt wird“, war im Fachmagazin managerSeminare im November 2006 zu lesen (Christoper Rauen, managerSeminare Heft 104/2006, S. 60).

Markteinblick

Vielfalt vs. Komplexität

Ein Themenschwerpunkt fällt 2006 sofort ins Auge: Diskussionen zu „Vielfalt vs. Komplexität“ durchlebten eine Hochphase in der breiteren gesellschaftlichen Öffentlichkeit. Komplexität und Vielfalt waren 2006 mitnichten neue Begriffe. Aber die Betrachtungen zu diesem scheinbaren Antagonisten-Paar erlebten eine neue Dimension und drangen in verschiedene Lebensbereiche vor. In der Unternehmenswelt erfuhr das Thema Vielfalt einen originären Impuls für die Personal- und Führungskultur: Mit der 2006 von deutschen Großunternehmen ins Leben gerufenen Initiative „Charta der Vielfalt“ werden individuelle Wertschätzung von Mitarbeitern, Anerkennung von Individualität, Schaffung von vorurteilsfreien Arbeitsräumen und Förderung von persönlichen Stärken als Werte hochgehalten. Die Idee „Diversity“ hält damit Einzug in deutsche Organisations- und Personalstrategien.

 

Doch während die einen Vielfalt schätzen und von Diversity schwärmen, beginnen andere bereits den zunehmenden Vielfaltsgrad auch auf anderen Ebenen als nicht mehr handhabbar wahrzunehmen /zu bemängeln. Aus Vielfalt wurde plötzlich Komplexität und Komplexität wurde mit Begriffen wie Orientierungslosigkeit und Chaos in Verbindung gebracht. Und auch diese Entwicklung kam in den Organisationen an, insbesondere in den Managerreihen, wo trotz steigender Verflechtungen, Internationalisierung, Techniknutzung, Arbeitsverdichtung und Intransparenz Überschaubarkeit und Strukturen gebraucht wurden. Beherrschen von Komplexität wurde zu der Managementaufgabe schlechthin. Nur wie konnte das erreicht werden?

Komplexitätsbewältigung durch reflektiertes Handeln

Ein Ausweg aus der als verworren wahrgenommenen Komplexitätsnot schien die Flucht in bekannte und etabliert geglaubte Management-Methoden. Für Prof. Dr. Dietrich Dörner, ehemaliger Lehrstuhlinhaber und Professor der Theoretischen Psychologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, ein Aberwitz: „Gelegentlich gehe ich in meiner Buchhandlung in die Management-Literaturecke: Das ist weit unterhaltsamer als das Regal mit den Witzbüchern. Ich kann mich köstlich über die halbjährlich wechselnden Moden amüsieren.“ (brand eins Ausgabe 1/2006, S. 85f). So greift Dörner das Thema Management und Komplexität 2006 in einem Interview mit brand eins auf. Er fordert von Managern für die Bewältigung von Komplexität nicht den Einsatz von geglaubten „Patentrezepten“ sondern improvisiertes und reflektiertes Handeln. Der individuelle, situationsbezogene und (im besten Sinne) opportunistische Umgang mit scheinbar unüberschaubaren Konstellationen und Verflechtungen sollte im Vordergrund stehen. Es war ein aufkommendes Gedankenkonzept, dass die Bedeutung und den Umfang von Personalentwicklungsinstrumenten im Allgemeinen und von Coaching-Methoden im Besonderen zunehmend steigern sollte.

Kurz und bündig: Das Verbandsjahr

Die inhaltliche Verbandsarbeit stand 2006 im Vordergrund und dank angewachsener Mitgliederzahl auf 52 in jenem Jahr engagierten sich mehr und mehr aktive Mitglieder für ein Ziel – die Professionalisierung von Coaching. Auch erste Früchte der bisherigen Arbeit waren erkennbar, was auch auf die Entwicklung der Branche zurückgeführt werden konnte.

Und was ist noch passiert? 

+++Johannes Rau stirbt im Januar 2006+++Natascha Kampusch gelingt nach 8 Jahren Gefangenschaft in Wien die Flucht vor ihrem Entführer+++ Montenegro erklärt seine Unabhängigkeit von Serbien+++ Matthias Platzeck tritt als SPD-Chef zurück+++Prodi wird nach Berlusconi Ministerpräsident von Italien+++Der Berliner Hauptbahnhof wird in Betrieb genommen+++Die Fussball-WM findet in Deutschland statt+++Die deutsche Elf scheitert im WM-Halbfinale gegen Italien+++Die Stadt New York ruft historisch erstmalig den Hitzenotstand aus+++Ban Ki-Moon wird Generalsekretär der UNO+++ Saddam Hussein wird im Dezember hingerichtet +++Die Wii-Konsole kommt erstmalig auf den Markt+++

Wussten Sie eigentlich, dass …

… der Verband in dem Jahr 2006 eine Geschäftsstelle eröffnete? Aufgrund der stark gestiegenen Mitglieder und Bewerbungsverfahren war das operative Tagesgeschäft den Mitgliedern allmählich nicht mehr als ehrenamtliche Tätigkeit zuzumuten. So wurde beschlossen, eine Geschäftsstelle für den DBVC einzurichten, die 2006 in Frankfurt/Main eröffnet wurde. Heute sitzt die DBVC Geschäfts- und Pressestelle in Osnabrück.

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