Perspektivwechsel! Eine etwas andere Art der Reflexion und des Feedbacks.

Ein Beitrag von Christine Schöneberg im Rahmen der DBVC Serie #TransparenzimCoaching.

Christine Schönberg

Hintergrund

In unserer Serie #TransparenzlmCoaching beziehen wir Stellung: Die mehr als 700 im DBVC organisierten Coaches, Wissenschaftsexpert*innen, Unternehmensvertreter*innen und Weiterbildungsanbieter*innen setzen sich für eine differenzierte öffentliche Debatte des Themas #Coaching ein. Durch volle Transparenz in unserer Arbeitsweise möchten wir das Vertrauen in die Profession Coaching stärken und Menschen klare Kriterien an die Hand geben, anhand derer sie seriöse Coaching-Anbieter*innen erkennen. 

Meine Regionalgruppe ist für mich eine Qualitätssicherung meiner Arbeit

Unsere Regionalgruppen sind das „Herz“ des Verbandes. Hier beraten wir uns unter Kollegen, diskutieren Entwicklungen in der Coaching-Branche und besprechen Aktuelles aus dem DBVC. Auch der Austausch über Weiterbildungen ist Teil unserer Treffen. Für mich ist die Regionalgruppe eine Qualitätssicherung meiner eigenen Arbeit: weil ich Impulse und Feedback zu meinen Themen bekomme und meine Kolleg*innen mich immer wieder zum Perspektivwechsel einladen.

In meiner Regionalgruppe Süd, die Baden-Württemberg umfasst, treffen wir uns viermal im Jahr Online oder in Präsenz. Eines der jährlichen Treffen planen wir so, dass unsere Coaches die Möglichkeit haben, auf sich selbst – oder ihre Profession – aus einer ungewohnten Perspektive zu schauen. Vielleicht hat man ja etwas übersehen in all den Jahren im Beruf?

Im Jahr 2022 haben wir unter der Anleitung von Hiltrud Schneider-Cimbal und Anke Ulmer die Wirkung des Humors im Coaching ausprobiert. 2023 hatten wir drei unbestechliche Co-Trainer engagiert: Nino, Peter und Amadeus. Drei Pferde. Pferdegestütztes Coaching ist ein kontrovers diskutierter Trend der Coaching-Branche. Unser Ziel war es, selbst Erfahrungen damit zu sammeln.

Pferde leben im Hier und Jetzt. Statussymbole sind ihnen fremd, aber Haltung, Klarheit und Präsenz sind für sie überlebenswichtig. Das erwarten sie von ihrem Gegenüber, wenn sie sich ihm oder ihr anvertrauen sollen – und testen den Führungsanspruch auf unaufgeregte Weise. Sie nehmen eines besonders fein wahr: ist mein Gegenüber authentisch, auch in seinen Befürchtungen und Grenzen? Das verrät ihnen die Körpersprache. Dies wird ergänzt durch die Wahrnehmung der anderen Teilnehmenden. Die Kunst des wertschätzenden Feedbacks ist hier zentral.

Unsere Gruppe ist eine bunte Mischung von Coaches aller Altersgruppen, beruflicher Ausrichtung und Berufserfahrung. Manche hatten Pferderfahrung, andere ziemlich viel Respekt vor 600 Kilo Kraft. Alle waren neugierig darauf, eine andere Perspektive kennenzulernen – und dann zu diskutieren, ob sich das Erlebte in die berufliche Praxis transferieren lassen könnte. Tatsächlich habe ich mich an praktische Fälle aus dem Coaching erinnert gefühlt, bei denen es um Klarheit oder Präsenz ging. Die wesentlichste Erfahrung für uns Coaches war, unsere eigene Komfortzone zu verlassen – also am eigenen Leib das zu erleben, bei dem wir unsere Kund*innen jeden Tag begleiten.

Die Autorin

Christine Schöneberg hat nach 25 Jahren Fach- und Führungsarbeit 2004 den Weg als freiberufliche Unternehmensberaterin und Coach eingeschlagen. Veränderung, Persönlichkeitsentwicklung, Führung und Perspektivwechsel sind ihre Schwerpunkte. Seit 2016 ist sie als Senior Coach im DBVC und leitet in einem Team die Regionalgruppe Süd des Verbandes.

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