DBVC Sach­verstän­digenrat

Der SVR ist eine verbandsinterne Anlaufstelle im DBVC für mögliche Verstöße gegen Qualitätsstandards und/oder den ethischen Kodex des DBVC (Kompendium).

Der SVR unterstützt die Klärung von Unstimmigkeiten, Konflikten und ethischen Fragestellungen.

Wer sind wir?

Wir sind ein interdisziplinäres Gremium von Professional und Senior Coaches und nutzen dabei die Vielfalt der Erfahrungen, Expertisen und Perspektiven unserer Mitglieder.

Womit können Sie sich an uns wenden?

  • Mit Zweifeln oder Fragen in Bezug auf die Erfüllung der Qualitätsstandards des DBVC,
  • mit Einzelfällen möglicher ethischer Regelverstöße im Coaching-Kontext,
  • mit Fragen bzw. Beschwerden zu unseriösem Coaching,
  • mit Fragen zu Interessenskonflikten im Coaching,
  • mit Beschwerden über das Ausnutzen der Coaching-Beziehung bzw. Übergriffe im Coaching,
  • mit Beschwerden gegenüber Coaches bzw. Coaching-Weiterbildungsanbietenden.

Wie arbeiten wir?

  • Wir sind ehrenamtlich tätig und arbeiten kostenfrei.
  • Wir werden nur auf Anfragen (per Mail an: svr(at)dbvc.de) tätig.
  • Auf mindestens einer Seite muss dabei ein Mitglied des DBVC, der Verband oder eines seiner Gremien beteiligt sein.
  • Wir bearbeiten Anfragen grundsätzlich vertraulich.

Was ist unsere Haltung?

  • Wir sind unabhängig im Verband (neutral).
  • Wir versuchen Konflikte einvernehmlich im Dialog mit den Betroffenen zu lösen.
  • Wir sind innerhalb des DBVC und nach außen grundsätzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Professionsbezogene Kriterien  für die Fallbewertung durch den Sachverständigenrat

Die folgenden Professionsbezogenen Kriterien entstanden im Diskurs des DBVC-Sachverständigenrates unter Einbeziehung des DBVC-Kompendiums, insbesondere dessen Ethik-Kodex (Spreckelmeyer, Schmidt-Lellek &, Schreyögg 2019). Sie dienen als handlungsleitende Standards, um Professionalität, Ethik und Qualität im Coaching zu sichern und in der Analyse und Bewertung von Beschwerden und strittigen Fällen eingesetzt zu werden. Sie leisten einen Beitrag zur Beschreibung der Mindeststandards für Coaching-Prozesse und die Coaching-Aus- und -Weiterbildung und dienen zur Verständigung über Coaching als professionelles Beratungsangebot.

Coaching als Profession versteht der Sachverständigenrat dabei als ein wissenschaftlich fundiertes Beratungsformat. Zielsetzung von Coaching ist die Weiterentwicklung von individuellen oder kollektiven Lern-, Entwicklungs- und Leistungsprozessen bezüglich beruflicher und persönlicher Anliegen. „Dies kann präventiv, Entwicklung fördernd, Orientierung gebend und/ oder Problem lösend sein. Als ergebnisorientierter Prozess dient Coaching der Stärkung und dem Erhalt der LEISTUNGSFÄHIGKEIT, der Förderung von SELBSTFÜHRUNG und gesunder „Work-Life-Balance“, wie es im heutigen Sprachgebrach heißt.“ (Schreyögg 2019, S. 19; Hervorhebungen im Original)

1. Transparente Geschäftsbeziehung

Handele professionell, integer und verbindlich.

 

Gib zutreffende und verständliche Informationen über deine Qualifikation, Erfahrung, Metho- den und Grenzen. Gestalte Deine Geschäftsbeziehungen fair und transparent und halte Vereinbarungen ein.

2. Passende Kompetenz

Arbeite nur innerhalb Deines Kompetenzbereichs.

 

Strebe eine präzise Auftragsklärung an und nimm nur Aufträge an, die Du fachlich und persönlich verantworten kannst. Weise auf Deine Grenzen hin und berücksichtige dies kontinuierlich im Coachingprozess sowie in der Aus- und Weiterbildung.

3. Keine Heilsversprechen

Vermeide jede Form von Heilsversprechen.

 

Versprich nichts, was Du nicht fachlich belegen oder verantwortlich begleiten kannst – auch nicht implizit.

4.  Autonomie-Ermöglichung im Coaching

Respektiere die Autonomie Deiner Klient:innen.

 

Gestalte den Coachingprozess in kontinuierlicher Abstimmung mit deinen Klient:innen und im Tempo Deiner Gegenüber. Unterstütze Deine Klient:innen bei der Wahrnehmung ihrer Möglichkeiten und unterlasse manipulative Techniken.

5. Distanz-Regulation

Pflege eine professionelle Nähe und Distanz im Coaching ebenso wie in der Aus- und Weiterbildung.

 

Wahre emotionale und physische Grenzen. Coaching und die Aus- und Weiterbildung sind Arbeitsbeziehungen – achte darauf, dass das so bleibt.

6. Vertraulichkeit im Coaching

Vertraulichkeit ist verpflichtend.

 

Alle Inhalte des Coachings unterliegen dem Schutz der Vertraulichkeit – es sei denn, es liegt ein rechtlicher Grund zur Offenlegung vor oder diese ist mit den Klient:innen vereinbart.

7. Fundiertes Vorgehen

Nutze fundierte und begründbare Vorgehensweisen.

 

Orientiere Dich an professionell anerkannten Standards und Coachingprozess-Modellen. Ent- wickele Deine Praxis durch Weiterbildung fort.

8. Perspektiven-Vielfalt

Beziehe vielfältige Perspektiven ein.

 

Rege Deine Klient:innen bzw. Teilnehmer:innen an, relevante Kontexte und Akteure, Positionen und Interessen zu berücksichtigen.

9. Evaluation

Evaluiere die Effekte von Coaching bzw. Aus- und Weiterbildungen.

 

Überprüfe regelmäßig die Qualität und Effekte von Deinem Coaching bzw. Deiner Aus- und Weiterbildung durch Selbstreflexion, Feedback der Klient:innen bzw. Teilnehmer:innen, Inter- vision und Supervision.

10. Professionsbewusstsein leben

Tritt verantwortungsvoll für die Coaching-Profession ein.

 

Beachte die Qualitätsstandards des DBVC und fördere ein realistisches Bild von Coaching als Profession.

Auf welche Standards beziehen wir uns dabei? 

Wir beziehen uns auf die professionellen und ethischen Standards im DBVC Kompendium. Dabei sind uns insbesondere folgende Kriterien wichtig:

  • Klarer und sicherer Rahmen:

z.B. eine ausgewogene, transparente Vertragsgestaltung, Kosten-Transparenz, Datenschutz, angemessener, störungsfreier und sicherer Arbeitsraum, ordentlicher Geschäftsbetrieb, siehe auch (DBVC 5. Auflage, 2019, 1.5, S. 36-41)

  • Tragfähige Arbeitsbeziehung:

Basierend z.B. auf Wertschätzung, Empathie, Kongruenz, Hilfe zur Selbsthilfe, Vertraulichkeit, Autonomie des Klienten, professioneller Distanz, Unabhängigkeit, Ideologiefreiheit und Allparteilichkeit, siehe auch (DBVC 5. Auflage, 2019, 2.1, S. 58-66)

  • Zielführende Prozessgestaltung:

z. B. Orientierung am Coachee-Interesse, Auftrags- und Zielklärung, Schulen- und Methodenvielfalt und transparenter Umgang damit, Ressourcen- und Lösungsorientierung, Berücksichtigung von Entstehungs- und Auswirkungslogik des Handelns, Ergebnisoffenheit, Evaluation, siehe auch (DBVC 5. Auflage 2019, 2.3, S. 75-97)

  • Fachliche und persönliche Qualifikation:

z. B. Integrität, Seriosität, anerkannte Coaching-Weiterbildung und regelmäßige Fortbildung und Inter-/Supervision, Berufserfahrung und Feldkompetenz in einer anderen Profession, lebenslanges Lernen, siehe auch (DBVC 5. Auflage 2019, 1.6, S. 42-51)

  • Reflexion neuer Entwicklungen:

z.B. professioneller Umgang mit dem digitalen Raum, virtuelle Beziehungsgestaltung, Künstliche Intelligenz, Veränderungen der Arbeitswelt und Arbeitsbeziehungen, gesellschaftliche und demografische Entwicklungen, internationale, interkulturelle Dimension siehe auch.

Kontakt

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Fr 9–14 Uhr

Mail: info (at) dbvc.de

Tel.: +49 541 5804808

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